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Warum wir Gürtelprüfungen mittlerweile skeptisch gegenüber stehen!

Mangel an Authentizität und Fokus auf Prüfungsleistung


Gürtelprüfungen können den Fokus vom eigentlichen Zweck des Kampfsports – der persönlichen Entwicklung, der Selbstverteidigung und der Meisterung der Techniken – ablenken. Statt die Kampfkunst um ihrer selbst willen zu erlernen, trainieren viele Schüler gezielt auf die Prüfung hin. Das führt dazu, dass sie oft nur die für die Prüfung relevanten Techniken perfektionieren, während andere wichtige Aspekte vernachlässigt werden. Diese Art des Lernens kann die Authentizität der Kampfkunst beeinträchtigen und eine oberflächliche Aneignung von Wissen fördern. Zudem ist für viele Schüler mit dem gewünschten Gürtel das Endziel erreicht was oft zu Nachlassen und Abgehobenheit führt
und in die völlig falsche Richtung geht da das Lernen und verfeinern der eigenen Techniken 
nie aufhören sollte.

Finanzielle Aspekte und Kommerzialisierung


Gürtelprüfungen sind in vielen Kampfsportschulen eine regelmäßige Einnahmequelle. Die Gebühren für die Prüfungen können erheblich sein und tragen zur Kommerzialisierung des Sports bei. Dies kann den Eindruck erwecken, dass der Fortschritt eines Schülers weniger von seinen Fähigkeiten und seinem Engagement abhängt, sondern vielmehr von seiner Zahlungsbereitschaft. Dies steht im Widerspruch zu den oft idealistischen Werten des Kampfsports, die Selbstdisziplin und persönliches Wachstum in den Vordergrund stellen.

Erhöhter Leistungsdruck und Demotivation


Der Druck, die Prüfung zu bestehen, kann zu erheblichem Stress und Angst führen, besonders bei jüngeren Schülern. Ein Misserfolg kann nicht nur demotivierend wirken, sondern auch das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Anstatt sich in einer unterstützenden Umgebung zu entwickeln, sehen sich die Schüler einem bewertenden System ausgesetzt, das eine potenziell negative Auswirkung auf ihre Leidenschaft für den Sport haben kann. Die Angst vor dem Scheitern kann die Freude am Training mindern und die langfristige Bindung an den Kampfsport schwächen.

Ungenaue Messung des tatsächlichen Könnens


Ein Gürtelrang ist oft kein verlässliches Maß für die tatsächlichen Fähigkeiten und das Verständnis eines Kampfsportlers. Die Prüfungen decken meist nur einen festgelegten Katalog an Techniken ab, die unter kontrollierten und oft unrealistischen Bedingungen vorgeführt werden. Ein Schüler mag die Prüfung perfekt bestehen, aber in einer realen Situation oder in einem Sparring zeigt sich sein Können möglicherweise als unzureichend. Die wahre Meisterschaft liegt in der Fähigkeit, Techniken spontan und effektiv anzuwenden, was durch eine formalisierte Prüfung nur schwer beurteilt werden kann.


Alternative Ansätze


Anstatt Gürtelprüfungen zu nutzen, könnten Kampfsportschulen alternative Methoden zur Bewertung und Anerkennung des Fortschritts implementieren, die den Fokus auf die tatsächliche Entwicklung der Fähigkeiten legen:

  • Regelmäßiges, informelles Feedback: Trainer geben den Schülern kontinuierliches Feedback zu ihren Fortschritten, ohne den Druck einer formalen Prüfung.
  • Wettkämpfe und Sparring: Die Teilnahme an kontrollierten Wettkämpfen oder intensivem Sparring ermöglicht es den Schülern, ihre Fähigkeiten in einer realistischeren Umgebung zu testen und zu verbessern.
  • Persönliche Portfolio-Bewertung: Schüler könnten ein persönliches Portfolio führen, in dem sie ihre Techniken dokumentieren und ihre Fortschritte reflektieren. Dies fördert eine selbstgesteuerte Lernerfahrung.

Die Abkehr von Gürtelprüfungen könnte dazu beitragen, den Kampfsport wieder stärker an seinen ursprünglichen Werten auszurichten: der Förderung von Disziplin, Respekt und echter Meisterschaft. 

Zur Entwicklung des Sports

Die sportliche Entwicklung in Deutschland der letzten Jahre ist schlichtweg eine Katastrophe. Der Wegfall der Bundesjugendspiele in Grundschulen z.B.
Da wird den Kindern die sich ohnehin schon zu wenig sportlich bewegen und oftmals massive motorische Defizite haben, auch noch die Möglichkeiten genommen sich mit anderen zu messen, sportlichen Ehrgeiz zu entwickeln und die Fähigkeit mit Sieg oder Niederlage richtig umgehen zu können. Alles wird mit bürokratischer Gewalt weichgespült!
Dann werden Kinder zu uns ins Training geschickt um dies auszugleichen und etwas Disziplin und Härte zu erfahren, die aber oft nicht mal geradeaus gehen können oder die Halle betreten ohne hinzufallen! Bemerkung am Rande - 90% der Kinder mit Migrationshintergrund bei uns im Training sind da motorisch deutlich besser aufgestellt.
Schlimmer ist dann für mich noch die Entwicklung im Kampfsport die diese "Weichspülung" in Deutschland nach sich zieht. Ich sehe immer mehr Anfänger die mit Kampfsport beginnen um nach eigener Aussage kämpfen lernen zu wollen um sich selbst verteidigen zu können und nebenbei fit zu werden, jedoch scheuen sie den Kampf oder die  notwendigen Berührungen wie auch die körperliche Anstrengung! Dann fallen noch Sätze von kampfunerfahrenen Meistern wie "scheue den Kampf" oder "kämpfen lernen um nicht kämpfen zu müssen" und am Ende trainieren sie ausschließlich theoretisch, blocken Löcher in die Luft, laufen Formen und lassen sich einreden dies wäre im Ernstfall von Nutzen - NEIN!
Grundtechniktraining wie auch Formen gehören in Kampfsportarten dazu als Teildisziplin, und haben viele Fans und auch gewisse Vorteile in Richtung Konzentration, Meditation, Disziplin, Gedächtnistraining, Bewegungsschulung...und können gerne ergänzend Ihren Platz und ihre Daseinsberechtigung in den versch. Kampfkünsten, ABER- Wer nicht auch realistisch kämpfen lernt, mit Kontakt und Gegner/Partner, der wird es auch nicht können wenn er muss, weil weglaufen plötzlich keine Option mehr ist! Was nicht heißen soll gefährlichen Situationen nicht aus dem Weg zu gehen und sich hirnlos in Prügeleien stürzen-nein, natürlich nicht- Straßenkämpfe und wilde Prügeleien sollten natürlich möglichst vermieden werden, aber Sparrings/Trainingskämpfe auch mal etwas härter und situationsbezogen oder leichtere Wettkämpfe sollten es schon mindestens sein um der Sache näher zu kommen. Wir sind hier nicht beim Hobby Horsing (Reiten ohne Pferd) Kampfsport ohne Kampf ist nichts weiter als Tanz oder Hollywood- Choreographie-schön anzusehen aber ohne praktischen Nutzen! Und schließlich fällt diese Frage im Kampfsport ständig-was nützt mir das im Ernstfall! Was kommt als nächstes Fußball ohne Ball und Gegner...Eiskunstlauf ohne Schlittschuhe und Eis? Im Kampfsport sollte gelehrt und gelernt werden zu kämpfen und auch sich im äußersten Notfall verteidigen zu können wenn flüchten nicht mehr geht. Wer zum Kampfsport kommt um den Kampf oder Kontakt zu völlig meiden, der wäre vielleicht in einer anderen Sportart oder der darstellenden Kunst besser aufgehoben.